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Besuch der Interreg SI-AT-Partner in Maribor

1. Gemeinsame Veranstaltung des RE:T-Projekts

5. Februar | Maribor, Slowenien

Am Donnerstag, dem 5. Februar, fand in Maribor die erste gemeinsame Präsenzveranstaltung des RE:T-Projekts statt. Partnerorganisationen aus Österreich und Slowenien kamen zu einem intensiven Arbeitstreffen zusammen, das Präsentationen, Ortsbesichtigungen, kuratorische Gespräche sowie informellen Austausch umfasste. Veranstaltungsort war das Kulturzentrum Pekarna – eines der bedeutendsten unabhängigen Kulturzentren Sloweniens und ein zentraler Ort der zeitgenössischen Kunstproduktion in Maribor.

Der Tag begann in der Gustaf-Halle, wo die Vertreterinnen und Vertreter der Partnerorganisationen – darunter Schaumbad Graz und Naključje 7 – von den lokalen Gastgebern und Mitgliedern der Pekarna-Gemeinschaft begrüßt wurden. Nach einer Vorstellungsrunde aller Partner folgte die Präsentation des RE:T-Projekts sowie der geplanten künstlerischen Programme. Bereits in dieser Phase entwickelte sich eine offene und konstruktive Atmosphäre, die einen direkten und ehrlichen Austausch ermöglichte.

Ein besonderer inhaltlicher Schwerpunkt des Vormittags war eine moderierte Podiumsdiskussion (Round Table), an der Kuratorinnen und Kuratoren aus Slowenien und Österreich teilnahmen. In diesem Rahmen wurden die beteiligten Künstlerinnen und Künstler vorgestellt sowie das kuratorische Konzept der ersten gemeinsamen Ausstellung im Rahmen des RE:T-Projekts erläutert. Diskutiert wurden inhaltliche Leitmotive, ästhetische Strategien, Produktionsbedingungen sowie die Frage, wie ein transnationaler Dialog zwischen den beiden Kunstszenen konkret gestaltet werden kann. Die Gesprächsrunde bot Raum für vertiefte fachliche Reflexion und legte eine klare konzeptionelle Grundlage für die bevorstehende Ausstellung und die weitere Zusammenarbeit.

Im Anschluss erhielten die Partner einen Einblick in die Geschichte und Struktur des Kulturzentrums Pekarna. Bezug genommen wurde dabei auch auf den ausführlichen Leitfaden, der anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Zentrums veröffentlicht wurde. Ciko, Präsident des AGD Gustaf Vereins, stellte gemeinsam mit lokalen Künstlerinnen, Künstlern und Kulturarbeiterinnen die Arbeitsweise des Zentrums vor. Unter ihnen befand sich auch der Noise-Künstler Vinko Ficko, der beim Abschlussereignis am 30. Mai in Maribor auftreten wird. In diesem Zusammenhang ist eine Zusammenarbeit mit einer österreichischen Video-Künstlerin oder einem Performer vorgesehen.

Es folgte ein Besuch der Galerie Hladilnica, eines Ausstellungsraums mit flexibler technischer Infrastruktur und experimentellem kuratorischem Profil. Die Teilnehmenden erhielten detaillierte Informationen zu räumlichen Gegebenheiten, technischen Möglichkeiten und bisherigen Ausstellungsformaten. Dabei wurden auch konkrete Überlegungen zu zukünftigen Projekten innerhalb des RE:T-Rahmens angestellt.

Ein Atelierbesuch bei Borut Popenko (Pingo) bot darüber hinaus einen direkten Einblick in individuelle künstlerische Praxis innerhalb des Pekarna-Ökosystems. Dieser Austausch unterstrich die Bedeutung langfristiger, selbstorganisierter Strukturen für die nachhaltige Entwicklung unabhängiger Kunstproduktion.

Am frühen Nachmittag begaben sich die Partner auf einen gemeinsamen Stadtrundgang zu nicht-kommerziellen Ausstellungsorten in Maribor. Erste Station war GT22, vorgestellt von Miha Horvat – ein interdisziplinärer Raum, der Ausstellungen, eine intime Bühne sowie Produktions- und Diskursformate vereint. Hier wurde deutlich, wie hybride Modelle zeitgenössischer Kulturarbeit funktionieren und unterschiedliche künstlerische Disziplinen miteinander verknüpfen.

Anschließend führte der Weg zu Kibla, einem international vernetzten Multimedia-Zentrum für zeitgenössische Kunst. Direktor Peter Tomaž Dobrila präsentierte die kuratorische Ausrichtung, digitale Schwerpunkte sowie die langjährige Erfahrung mit europäischen Kooperationsprojekten – ein besonders relevanter Aspekt für das RE:T-Konsortium.

Der Rundgang umfasste außerdem einen Besuch bei Infopeka – Jugendinformationszentrum – sowie im Ausstellungsraum Obrat des Instituts Pekarna Magdalenske mreže nahe der Alten Brücke. Das Programmteam (Filip, Simon und Kaja) stellte ihre Arbeit im Bereich sozial engagierter Kunst, Jugendpartizipation und gemeinschaftsorientierter Kulturproduktion vor und eröffnete weitere Perspektiven für mögliche Kooperationen.

Der Tag endete mit einer gemeinsamen Reflexionsrunde zurück in Pekarna. In offener Atmosphäre wurden Eindrücke zusammengeführt, mögliche nächste Schritte diskutiert und neue Kooperationsideen angestoßen. Die flexible Struktur des Programms ermöglichte sowohl vertiefte Fachgespräche als auch informelles Networking.

Der Besuch bestätigte die Bedeutung grenzüberschreitender Zusammenarbeit, kollegialen Lernens und direkter Begegnung mit lokalen Kunstökosystemen. Durch die Verbindung von kuratorischer Diskussion, institutionellem Austausch und konkreter Raum- und Ateliererfahrung entstand ein vielschichtiges Bild der zeitgenössischen Kunstlandschaft Maribors.

Wir danken allen Gastgeberinnen und Gastgebern, Künstlerinnen und Künstlern sowie Mitwirkenden herzlich für ihre Offenheit, ihre Expertise und die inspirierenden Gespräche. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit und die gemeinsame Weiterentwicklung des RE:T-Projekts.

Foto: Boris B. Voglar